5 Denkfehler, die uns teuer zu stehen kommen

In unserem Kopf gibt es viele Schemata die es leider manchmal schaffen unseren gesunden Menschenverstand zu dominieren. Ich zeige euch also wie schematisch wir manchmal denken (ich kenne es leider selber aus meiner eigenen Erfahrung) und hoffe, dass ihr in Zukunft auf diese neu kennengelernten Schablonen viel mehr Acht gebt als ihr es jetzt tut. Ich finde es lohnenswert mal zu gucken nach welchen Schemata wir denken und handeln, denn manche von ihnen beeinflussen maßgeblich unsere Lebensqualität, aber auch zum Beispiel unsere Finanzen

Hier zeige ich euch 5 ausgewählte Denkfehler die ich oft mitbekomme und die uns und unser Portmonee teuer kosten.

  1. Der Reiz der Knappheit

Man liest in einem Verkaufsangebot: „Nur solange der Vorrat reicht!“ Oder: „Es gibt nur noch zwei Stück in meiner Größer“ und sofort kann man beobachten wie man sich auf einmal mehr für das Produkt interessiert. Das ist der Reiz der Knappheit oder des Mangels. Es lockt uns etwas mit geringer Stückzahl haben zu wollen. Noch ein Beispiel: du suchst ein Haus, gerade siehst du dir eins an, aber du bist noch nicht ganz sicher ob du es nimmst. Auf einmal ruft dein Makler an und sagt, dass er einen Interessenten hat, der ein Manager aus Berlin ist, er fragt ob du dich schon entschieden hast, oder noch nicht. Er würde dem Manager gerne schnell antworten. Was passiert jetzt mit dir, wenn die Verfügbarkeit eingeschränkt wird? Natürlich beschleunigt das deinen Entscheidungsvorgang. Sogar wenn du dir nicht sicher bist ob dieser Manager aus Berlin überhaupt wirklich existiert. 😊

Es wurde einmal ein Experiment durchgeführt (von Professor Stephen Worchel, wenn jemand Einzelheiten nachlesen möchte) in dem man Studenten in zwei Gruppen geteilt hat. Die eine Gruppe hatte für ihre Aufgabe eine ganze Packung Kekse bekommen, während die andere Gruppe nur zwei einzelne. Nun sollten die Studenten die Qualität des Gebäcks bestimmen. Wie ist es ausgegangen? Die Gruppe mit nur zwei Keksen hat die Qualität deutlich höher geschätzt als die mit der ganzen Packung. Das alles wegen des Reizes der Knappheit – limitierte Güter sind in unseren Augen um einiges mehr wertvoll. Dieser Denkfehler kann uns in verschiedenen Situationen viel kosten.

  1. Der Kontrasteffekt

Nehmen wir mal an, wir wollen eine teure Sache kaufen, zum Beispiel ein Auto. Stellen wir uns vor wir planen die Ausstattung und haben Einfluss darauf, als Beispiel, welche Sitze verbaut werden, aber wir müssen für das Modell an Sitzen was wir haben wollen ca. 5 tausend Euro zuzahlen. Was machen wir nun? Im Vergleich mit dem Preis des Autos – sagen wir mal es kostet 60 tausend Euro – scheint uns das nicht viel zu sein. Und wir mögen die Sitze doch so gerne… darum fügen wir sie hinzu, was sind schon ein paar tausend Euro im Vergleich zum Preis vom Auto. Macht uns ja keinen großen Unterschied. Genau das ist ein sehr teurer Denkfehler. Rational denkend ohne uns auf den Gesamtpreis zu berufen, hätten wir die Sitze vermutlich niemals dazugekauft.

 

Unsere Lieblingstasche wurde von 800 Euro auf 450 Euro heruntergesetzt. Ein besonderes Angebot!!!  Sie scheint uns (nur in unseren Gedanken natürlich) billiger und mehr wert zu kaufen zu sein als ein Produkt das normalerweise ohne Rabatt 450 Euro kostet. Wir Menschen reagieren so doll auf Kontraste, dass wir kleine Veränderungen zu meist gar nicht merken. Das gleiche Prinzip lässt sich auch bei einem anderen, nicht finanziellen Kontrast beobachten. Wir fliegen in den Urlaub, bei uns ist kühler Frühling, und wir fliegen irgendwohin in Richtung Süden. Warm und schön ist es dort. Nachdem wir zurückkommen scheinen uns die 15 Grad wirklich kalt zu sein, jedoch wird jemand der gerade einen verschneiten Winter erlebt hat sagen, dass es doch wirklich warm ist. Die Funktionsweise von Discountern stützt sich auf dem Kontrasteffekt.

Wir bemerken es nicht, wenn jemand uns sachte auf der Straße etwas aus der Tasche zieht, und wir bemerken auch nicht, dass wir durch Inflation immer weniger Geld haben. Anders wäre das, wenn uns jemand einfach jedes Jahr 2,5-3% vom Konto nimmt. Wir reagieren nur auf Kontrast, der sichtbar und spürbar ist. Darum bemerken wir keinen langsamen Prozess, auch wenn er negativ für uns ist.

  1. Anker

Wir werden von so genannten gedanklichen Ankern beeinflusst. Zum Beispiel, ein Dozent bringt eine Flasche Wein zur Vorlesung. Er stellt sie sichtbar aufs Pult, bittet die Studenten die letzten zwei Nummern ihres Personalausweises auf ein Blatt Papier zu schreiben, und dann nachzudenken wie viel sie für diese Weinflasche bezahlen würden. Es stellte sich heraus, dass die Studenten mit den höheren Nummern fast doppelt so viel für die Flasche geboten haben wie die mit einer kleinen. Der Gedanke war in ihrem Kopf „verankert“, durch die große Zahl die sie vorher auf ihr Papier geschrieben haben. Verkaufsexperten planen schon früh solche Anker für uns, schon bei der Kampagnen- und Gesprächsorganisation, bevor wir ein Angebot kriegen… Doch wir sollten uns immer daran erinnern, dass wir auch diese Methode verwenden können. Als Beispiel beim Vorstellungsgespräch für den neuen Job, bevor wir über die Arbeit reden, können wir ja ein bisschen von großen Zahlen erzählen. Wir waren beim Fußballspiel oder Konzert und im Stadion waren fast 70 tausend Menschen! 😉 Und gleich ist eine große Zahl im Kopf des Gesprächspartners verankert. 😊

  1. Verlorene Kosten

Ein weiterer teurer Denkfehler sind so genannte verlorene Kosten. Sagen wir mal, unser Auto ist in letzter Zeit ein wenig müde. Wir haben schon 3 tausend in Reparaturen gesteckt, es stellt sich aber heraus wir müssen nochmal genauso viel bezahlen um es komplett fahrtauglich zu machen. Natürlich stecken wir das Geld rein, weil wir uns denken, dass die vorherigen 3 tausend auszugeben sonst sinnlos war. Und das ist der Effekt der verlorenen Kosten. Dass wir in etwas schon viel Geld, Liebe und Zeit gesteckt haben (wir sagen auch oft investiert) heißt nicht, dass weiter Geld reinzustecken gerechtfertigt ist. Vielleicht lohnt es sich mehr das Auto auf den Schrottplatz zu bringen oder es zu verkaufen? Die 3 tausend haben wir schon verloren aber wenigstens verlieren wir nicht 6 tausend. Das gleiche gilt auch bei Beziehungen 😉 wir sind in ihnen manchmal nur weil wir viel Zeit, Energie und Aufmerksamkeit „investiert“ haben. Ist das die richtige Begründung in dieser Beziehung zu sein? Hmmmm… Ein gemeinsamer Kredit ist da noch das bessere Argument, wenigstens realistischer und messbarer. 😉

  1. Sympathie

Viele von uns haben es schonmal erlebt etwas gekauft zu haben weil der Verkäufer… nett war. 😊 Genauso ist es, je sympathischer die Person ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir etwas von ihr kaufen. Wann finden wir jemanden sympathisch? Wenn die Person attraktiv ist, ähnlich wie wir und uns mag. Ist es nicht so? So funktioniert das leider, also wenn jemand uns sagt, dass er uns mag oder das wir nett sind (sogar, wenn das eine Lüge ist) neigen wir oftmals dazu auch Sympathie für diese Person zu empfinden. Diesen Trick benutzen sowohl Verkäufer als auch alle möglichen Werbefirmen. Wir hören also: „Weil Sie es sich wert sind“ 😊 Wir bekommen schon früh ein Kompliment und der Verkäufer wickelt sich uns um den Finger. Darum ist es sehr wichtig sich aufs Einkaufen vorzubereiten und Entscheidungen unabhängig zu tätigen, egal wer uns etwas verkauft.

Kennst du andere Denkfehler kennst, auf die wir oft reinfallen? Oder vielleicht ist es dir jetzt nach dem Lesen aufgefallen, dass du selber viele dieser Sachen machst? Teilt doch eure Gedanken mit mir in einem Kommentar. Es würde mich sehr freuen zu hören, was ihr zu dem Thema denkt. Im Voraus schon mal, vielen Dank! 😉

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